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Erika Altwein

1914 - 1989

Gründerin des DT

Die Historie

 

Aus heutiger Sicht erscheint die Entstehung eines Frauenvereines wie ein ganz bequemer Aufbruch in ein selbstgestaltetes Frauenleben. Aber nach Jahren der Diktatur mit einem stark eingeengten Frauenbild musste der Boden im Nachkriegsdeutschland erst bereitet werden.

In den ersten Jahren der Bundesrepublik Deutschland unter Besatzung der Alliierten prägte in besonderer Weise die Lebensart der Amerikaner auch unseren Lebensstil. Für Frauen wurde es zunehmend selbstverständlich, Mitglieder in internationalen Clubs und Vereinen zu werden, ehrenamtliche Arbeiten mit und für Ausländerinnen zu übernehmen. Frauenausschüsse hatten sich schon gleich nach der Kapitulation 1945 gebildet, noch vor Wiedergründung von Parteien.

Im September 1947 erging in Bad Homburg ein erster Aufruf zur Konstituierung einer weiblichen Interessenvertretung, aus der dann 1949 der Deutsche Frauenring entstand: überparteilich, überkonfessionell, "um Frauen von der Notwendigkeit zu überzeugen, politisch zu denken und sie für politische Partizipation in jeder Form zu interessieren" (Dr. Elke Schüller). Unterstützt wurde dieser Aufbruch in die Gleichberechtigung von der amerikanischen Militärregierung mit Sitz in Bad Homburg. Ellen McCloy, Ehefrau von John J. McCloy des ersten amerikanischen Hohen Kommissars für Deutschland, spielte in der Frauenszene der Nachkriegszeit eine bedeutende Rolle.

1967 wurde Erika Altwein im Ortsring Bad Homburg 2. Vorsitzende des Deutschen Frauenringes und erwarb sich so sehr genaue Kenntnisse für die ehrenamtliche und berufliche Arbeit von Frauen in einer demokratischen Gesellschaft. Ihr Wunsch war es, durch zeitbezogene Themen, Beschäftigung mit aktueller Literatur und durch soziales Engagement den Verein auch für junge Mitglieder interessant zu gestalten.

Durch private Kontakte zu Amerikanerinnen, die im Hochtaunuskreis wohnten, lernte sie die Organisation der Junior League aus den USA kennen. Die Grundidee der Junior League, junge Frauen durch Kontakte und interessante gemeinsame Aktivitäten aus der häuslichen Isolation zu führen, setzte sie durch Gründung einer Gruppe für deutsche und ausländische Mitbürgerinnen im Frauenverein um. Das neue Konzept basierte auf den Säulen Internationale Kontakte, aktuelle Themen und einem Aufnahmealter bis 45 Jahre.

Am 24. Oktober 1968 findet ein erstes Treffen statt. Die geplanten Aktivitäten sollen meist vormittags stattfinden, wenn die Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind. Bei Bedarf wird der Frauenring einen Babysitter stellen. Diese neue Gruppe nennt der Frauenring: "Diskussionskreis junger Frauen". Erste Gruppenleiterin wird Ingrid Miethe. Dieses erste Treffen hat später der "Diskussionskreis Taunus" zu seiner Gründungsveranstaltung erklärt.

Die Idee von Erika Altwein findet sehr schnell großen Anklang. Es bilden sich zahlreiche Gruppen junger Frauen mit neuen Themenangeboten, die innerhalb des Frauenrings ein eigenes Programm erstellen. Parallel zu Bad Homburg schließen sich in Königstein auch einige Damen zusammen und nennen sich "Juniorendiskussionskreis". Sie gründen zuerst eine Literaturgruppe, widmen sich aber auch vermehrt staatsbürgerlichen Themen. Auch hier wächst der Kreis der interessierten Damen sehr schnell. Ein Verein im Verein ist entstanden!

Erika Altwein entschließt sich, um Probleme innerhalb der Vereinsstruktur des Frauenrings zu vermeiden, mit den jungen Frauen einen eigenständigen Verein zu gründen. Die erste Mitgliederliste weist bereits 52 Namen aus.

Ein Name wird für den neuen Verein gesucht. Aus den zahlreich eingegangenen Vorschlägen wird schließlich "Diskussionskreis Taunus" ausgewählt.